Der MR Ebersberg ist mit seiner Tochtergesellschaft der Agrokomm Maschinenring GmbH seit 1995 im Winterdienst für Kunden in der Region östlich von München tätig. „Von unseren 1.200 Mitgliedern sind die meisten grundsätzlich in der Lage, Winterdienst zu machen“, so Carsten Guggenmos. „Wir können für fast jedes Objekt einen Landwirt aus der nächsten Nähe gewinnen. Auch Traktoren stehen im Winter in großer Zahl weitgehend ungenutzt zur Verfügung. Alles in allem haben wir die besten Voraussetzungen, um Winterdienst schlagkräftig, flexibel und kostengünstig anbieten zu können. Vor allem Ackerbauern nutzen diesen interessanten Zuerwerb in den Wintermonaten.“
Maschinenring und Landwirte Hand in Hand
Die Agrokomm akquiriert die Kunden, sucht geeignete Landwirte in der Nähe des Objektes, sorgt für geeignete Räum- und Streutechnik und koordiniert die Einsätze. Die MR-Tochter mit Sitz in Ebersberg schließt eine Haftpflichtversicherung für alle im Winterdienst tätigen Landwirte ab. „Wir arbeiten Hand in Hand mit unseren Landwirten. Wir sprechen die gleiche Sprache und alle profitieren von dem lukrativen Winter-Zuerwerb. In dieser erfolgreichen Zusammenarbeit brauchen wir unsere außerlandwirtschaftlichen Mitbewerber nicht zu fürchten“, betont Carsten Guggenmos.
Die Landwirte werden über eine monatliche Vorhaltepauschale vergütet und bekommen zusätzlich eine Einsatzpauschale für Räumen und Streuen. Die Leistungen der MR-Mitglieder werden nach Quadratmeter zu räumender Fläche und nicht nach Arbeitszeit bezahlt. So kann der Maschinenring gemeinsam mit den ausführenden Landwirten eigenständig entscheiden, wie viele Räumfahrzeuge an einem Objekt eingesetzt werden. Durch die kurzen Anfahrtswege können Landwirte, die mit dem eigenen Objekt fertig sind, als Verstärkung bei Großkunden eingesetzt werden, um so flexibel die Schlagkraft zu steigern. „Wir haben einige Kunden, die wegen eines günstigeren Preises zu Mitbewerbern gewechselt sind“, erklärt Carsten Guggenmos. „Viele sind heute wieder unsere Kunden. Die Zuverlässigkeit, Flexibilität und Gewissenhaftigkeit der Landwirte kommt halt bei unseren Kunden gut an.“
Großabnehmer und Händler für Steumittel
Die MR-Tochter kauft als Großabnehmer Streumittel und handelt selbst mit Streusalz, Splitt und Co. Kleinere Winterdienstleister beziehen ihre Streumittel bei der Agrokomm. MR-Mitglied Robert Plötz stellt überdachte Lagerflächen für die Streumittel auf seinem Betrieb zur Verfügung. Der Landwirt aus Kirchheim betreibt eine Kompostierungsanlage und verfügt deshalb über einen geeigneten Radlader zum Verladen der Streumittel.
„Wir schauen vor Beginn des Winters buchstäblich in eine Glaskugel, um nicht zu viel und nicht zu wenig Taumittel für den Winter einzukaufen, beschreibt Carsten Guggenmos das „Pokerspiel“ beim alljährlichen Einkauf.
„Bei den Winterdiensteinsätzen können wir uns nicht auf Wetterprognosen verlassen, weil Wetterereignisse oft sehr kleinräumig stattfinden. Unsere Landwirte im 24 h -Bereitschaftsdienst vor Ort sehen selbst wie sich das Wetter entwickelt und können dann zuverlässig ihre Berufskollegen alarmieren“, beschreibt Robert Plötz den bewährten Alarmierungsablauf per Telefonkette.
Der Ackerbauer Robert Plötz hat auf Anraten des Maschinenrings in einen Radlader mit 5 m Räumschild investiert. Solche Arbeitsbreiten kommen sonst nur auf Flughäfen oder Autobahnen zum Einsatz. Die Knicklenkung mache den 9-Tonner extrem wendig, begründet Robert Plötz seine Investition. „Man kann das Räumschild praktisch auf der Stelle drehen und trotz seiner großen Arbeitsbreite sicher auch bei beengten Verhältnissen manövrieren.“
Bild: Die Landwirte Robert Plötz (links) und Roland Seewald(rechts) sowie Agrokomm-Geschäftsführer Carsten Guggenmos mit der schlagkräftigen Winterdienst-Technik.

