Im Rahmen von Praxisvorführungen des Maschinenring Lübeck-Eutin-Süd stellte der ehemalige Milchviehhalter und Lohnunternehmer Bernd Müller seine neuartige Strohmühle vor. Mehr als zwanzig Landwirte waren zu den Maschinenvorführungen in Kasseburg und Gleschendorf gekommen. Den Milchviehhalter Thomas Siehl hat das Arbeitsergebnis der US-Maschine überzeugt: „Wir werden das gemahlene Stroh erst einmal bei den Trockenstehern ausprobieren, weil wir dort ständig Probleme mit verstopften Güllekanälen haben. Ich rechne damit, dass wir deutlich weniger Einstreu brauchen, weil das gemahlene Material sehr fein zerschlagen und ausgefasert ist.“
Maschinenring fördert technische Innovation
„Die neue Strohmühle muss mit den herkömmlichen Ballenpressen mit Häcksel- oder Schneidvorsatz konkurrieren“, beschreibt MR-Geschäftsführerin Maike Hinsch die etablierten Alternativen zu der zapfwellengetriebenen Maschine aus den USA. „Unser Maschinenring hat sich die Förderung von technischen Innovationen auf die Fahnen geschrieben. Wir unterstützen unser Mitglied Bernd Müller bei der Werbung für die neue Technik, weil wir selbst von dem Verfahren überzeugt sind“, so Maike Hinsch weiter. Im heimischen Milchviehbetrieb setzt die dynamische Geschäftsführerin gemahlenes Stroh als Einstreu für die Liegebuchten und als Futterkomponente ein.
Im Futter und als Einstreu
Getreidestroh ist als Komponente in TMR-Mischungen weit verbreitet, weil es als „Strukturgeber“ die Futteraufnahme verbessert und die Milchleistung steigern soll. Entscheidend ist aber, ob es mundgerecht ist. Gemahlenes Stroh läßt sich nach der Aufbereitung im Futtermischwagen kaum mehr von den Fasern der Maissilage unterscheiden. Die Tiere sortieren das Stroh nicht aus. In den Liegeboxen kann fein gehäckseltes Stroh Holzspäne ersetzen, die sonst zugekauft werden müssen. Das zerkleinerte Stroh ist deutlich saugfähiger als Langstroh, so dass besonders in Pferdeboxen bis zu 50 % weniger Einstreu gebraucht wird. Die Gülle bleibt gut pumpfähig und weder Spaltenböden noch Güllepumpen werden durch das gehäckselte Material verstopft. Mit dem Kurzstroh können aber auch kostengünstig Schwimmschichten auf Güllebehälter aufgebracht oder Zuckerrüben-Miete abgedeckt werden. Auch mit gemahlenem Rapsstroh als Einstreu-Material hat das Lohnunternehmen Müller erste vielversprechende Erfahrungen gesammelt.
Bis 35 Rundballen in der Stunde
Quarder- und Rundballen konnte die Maschine problemlos in einem atemberaubenden Tempo verarbeiten. „Die Leistung und das Arbeitsergebnis haben die Landwirte durchweg überzeugt “, fasst Bernd Müller aus Feldhorst die Eindrücke der Besucher zusammen. Der US-Import vermahlt das Stroh auf stufenlos einstellbare Längen von bis zu 2 cm. Bernd Müller verarbeitet mit seiner Roto Grind 760 etwa 30 bis 35 Rundballen in einer Stunde. Das entspricht etwa 10 Tonnen oder 50 m³ gepresstes Stroh. Laut Angaben des Herstellers sollen bis zu 25 Tonnen in der Stunde möglich sein. Der Lohnunternehmer und Landwirt empfiehlt den Strohbedarf für 3 bis 4 Monate mahlen zu lassen und in einer Halle oder unter einem wasserabweisenden Vlies zu lagern. Je nach Feuchte der Strohballen kann es beim Vermahlen zu enormer Staubentwicklung kommen. Bernd Müller empfiehlt, den Arbeitsplatz nach der vorherrschenden Windrichtung einzurichten.

