Bundesverband der Maschinenringe e.V.

Rüben-LKW mit neuen Aufgaben (Teil 2)

Datum: Dienstag, 1. September 2009

 

Die Zuckerrübenanbaufläche in Schleswig-Holstein ist im Jahr 2008 drastisch zurückgegangen. Die Transportgenossenschaft TGöH unter dem Dach der Maschinenringe stellt sich mit neuen Dienstleistungen auf die rückläufige Rübenfracht ein.

 

In der Kampagne 2005 wurden von insgesamt 178 Fahrern der Transportgenossenschaft östliches Hügelland (TGöH e.G.) noch mehr als 400.000 t der zuckerhaltigen Rüben auf den Rübenhöfen abgekippt. Damals konnte die leicht rückläufige Rübenmenge durch Rückfrachten von Carbokalk, Pressschnitzeln und Pellets ausgeglichen werden. In der Kampagne 2008 transportierte die bäuerliche Genossenschaft gerade einmal 166.000 Tonnen. Schon bei der Gesellschafterversammlung 2006 wies Geschäftsführer Uwe Reimers auf den Trend hin, dass der Zuckerrüben-Anbau in Schleswig-Holstein nach und nach an Bedeutung verlieren werde. „Wir werden 2006 am absoluten Limit fahren und das wird auf Kosten der Liefersicherheit und des Service für die Anbauer gehen“, prognostizierte Reimers angesichts gekürzter Frachtvergütungen. Reimers sollte Recht behalten, wie die aktuellen Zahlen belegen.
 
Gülle- und Substrat-Logistik mit dem LKW
„Schon bei Transportentfernungen ab 7 km kann der Sattelzug Gülle und Substrate von Biogasanlagen wirtschaftlicher tranportieren als ein Schleppergespann“, belegt Peter Hertmann mit Erfahrungswerten aus der Praxis. Der neue Tank-Auflieger mit 28 m³ Fassungsvermögen wurde vorwiegend für eine schlagkräftige Güllelogistik angeschafft. Der Auflieger ist mit einem Turbobefüller ausgestattet, der die Be- und Entladezeiten deutlich verkürzt. Neuerdings steht auch ein mobiler Feldrandcontainer mit 35 m³ Fassungsvermögen zur Verfügung. Peter Hartmann hebt als besonderen Vorteil des Tankzuges sein geringes Eigengewicht im Vergleich zu Schlepper-Gespannen hervor. Erst mit einer Zuladung von 25 m³ Gülle erreicht der Sattelzug die 40-Tonnen-Grenze beim Gesamtgewicht. Besonders für den Substrataustausch zwischen Biogasanlagen zum Animpfen und Hochfahren der Fermenter werde gerne der wirtschaftlichere LKW-Transport gewählt, betont Hartmann.
 
Ein moderner Tieflader steht für Straßentransporte beispielsweise von Stroh- und Heuballen sowie Großmaschinen zur Verfügung. Bis zu 42  70er Ballen können in vier Lagen mit einer Fuhre transportiert werden. Der 13 m lange Auflieger kann auch große Maschinen befördern. Man könne auch beispielsweise zwei bis drei Teleskoplader oder Schlepper transportieren, erklärt Peter Hartmann.
 
Biogas aus Zuckerrüben – eine Perspektive?

In Schuby bei Schleswig wird in diesem Jahr die mit Abstand größte Biogasanlage Schleswig-Holsteins errichtet. Die Gemeindevertretung machte erst jüngst mit der Änderung des Flächennutzungsplanes den Weg für das 13-Millionen-Euro-Projekt frei. Die Anlage der Stadtwerke Flensburg und weiterer Investoren soll im Herbst 2010 in Betrieb gehen und aus Zuckerrüben Biomethan zur Einspeisung in das Erdgasnetz produzieren. In der Anlage sollen 100.000 Tonnen Rüben pro Jahr verarbeitet werden. Das entspricht dem Ertrag von rund 1500 Hektar Ackerfläche. Können solche Anlagen der Zuckerrübe in Schleswig-Holstein wieder neuen Aufwind bringen?

Peter Hartmann ist noch skeptisch, verfolgt das Projekt aber mit Interesse. Besonders die Probleme bei der Reinigung der Rüben und die Lagerung von Rüben bzw. Rübenbrei ständen der Praxisreife dieser Anlagen noch im Wege, gibt Hartmann zu bedenken.