Bundesverband der Maschinenringe e.V.

Rüben-LKW mit neuen Aufgaben (Teil 1)

Datum: Montag, 31. August 2009

Tankauflieger 28 m³

 

Die Zuckerrübenanbaufläche in Schleswig-Holstein ist im Jahr 2008 drastisch zurückgegangen. Lesen Sie im Folgenden, wie sich eine Transportgenossenschaft der Maschinenringe mit neuen Dienstleistungen auf die rückläufige Rübenfracht einstellt.

 

Die Zuckerrübenanbaufläche im nördlichsten Bundesland lag zur Ernte 2008 mit 6.898 ha um 37 Prozent niedriger als im Vorjahr. Die Änderungen der EU-Marktordnung haben zahlreiche Rübenanbauer bewogen, ihre Lieferrechte an die Nordzucker zurückzugeben. Nach vielen Jahren mit nahezu konstanter Anbaufläche von rund 15.000 ha ist bereits seit 1999 ein Rückgang der Anbaufläche zu verzeichnen. Nach der Schließung der Zuckerfabrik Schleswig Ende 2003 musste die gesamte Ernte 2004 erstmals zu rund 80 Prozent nach Uelzen in Niedersachsen und rund 20 Prozent nach Güstrow in Mecklenburg geliefert werden.
 
Zuckerrüben – Anbau in Schleswig-Holstein

Jahr
Zuckerrüben
Anbaufläche ha
Zuckerrüben
Ertrag dt/ha
Zuckerrüben
Ernte 1000 t
Zuckergehalt der Rüben
%
1999
14.526
544
790
17,50
2000
13.563
555
753
17,70
2001
13.275
538
715
16,80
2002
13.937
534
744
17,60
2003
12.316
546
673
17,80
2004
12.409
572
710
17,10
2005
12.624
594
750
18,00
2006
10.123
574
581
16,20
2007
10.981
598
657
17,40
2008
6.898
610
421
17,50

Quelle: Statistikamt Nord, MLUR
 
 
Mit 166.000 Tonnen habe die Transportgenossenschaft TGöH in der Kampagne 2008 weniger als die Hälfte der Vorjahres-Tonnage transportiert, rechnet Disponent Peter Hartmann vor. Wegen des drastischen Rückgangs der Anbauflächen im Osten und Süden Schleswig-Holsteins reichten 23 LKW für die Transporte zwischen dem 18. September und 10. Januar aus.
 
Ganzjährige Auslastung mit neuen Angeboten
Als „Saure-Gurken-Zeit“ für die LKW hätten sich die Monate zwischen Januar und Juli erwiesen, erklärt Peter Hartmann. In der Getreideernte könne er dann kaum die Nachfrage erfüllen. In der diesjährigen Ernte mussten sogar weitere LKW angemietet werden. Die Getreidetransporte haben sich neben der Rübenabfuhr zu einem wichtigen Standbein der bäuerlichen Spedition entwickelt. Um die eigenen 22 Zugmaschinen auch in der nachfragearmen Zeit besser auszulasten, entschied sich der Vorstand, neben den Muldenkippern weitere Auflieger anzuschaffen. Ein 90 m³ - Auflieger mit Walking-Floor-Entladesystem wird vor allem für Schüttgüter mit geringer Schüttdichte eingesetzt. Der „Gigant“ mit 4 m Ladehöhe wird vorwiegend für Transporte von Holzhackschnitzeln, Maissilage oder Komposten geordert. Wegen der extrem hohen Ladekante muss meistens auch ein Teleskoplader oder Radbagger des Maschinenrings die Beladung übernehmen.