Wer in diesen kalten Wintertagen auf seinen Einspeisezähler schaut, wird kaum Bewegung im Zählwerk wahrnehmen können. Zwar ist die Einstrahlung in den Wintermonaten naturgemäß gering, aber die oft vollständige Bedeckung mit Eis und Schnee dunkelt die Module zusätzlich ab.
Mit Geduld und Tauwetter
„Im Dezember und Januar liefern die meisten Solarstromanlagen in unseren Breiten nur etwa 2 bis maximal 3 Prozent der Jahresleistung“, rechnet Stefan Lucht, Geschäftsführer des MR Südtondern vor. In Übereinstimmung mit Thomas Braun emphiehlt er, die Module einfach „in Ruhe zulassen“. Die Kosten und Risiken einer Räumung stünden in keinem Verhältnis zum erwarteten Mehrertrag.Thomas Braun rät eindringlich davon ab, die unterkühlten Module mit Leitungswasser abzutauen, weil es zu Spannungsrissen im Glaskörper kommen könne. Auch Taumittel könnten die Moduloberflächen nachhaltig schädigen. Man müsse sogar mit dem Verlust von Garantieansprüchen rechnen, resumiert Thomas Braun. Auch sei das Unfallrisiko beim Betreten schnee- und eisglatter Dachflächen viel zu hoch.
Der gelernte Bankkaufmann leitet seit 2002 den Bereich Solarstrom beim Maschinenring Schwäbisch-Hall. Über 2000 Anlagen mit mehr als 40.000 kwp (Kilowatt-Peak, Spitzenleistung) wurden über den Maschinenring installiert und betreut. Fast die Hälfte der Mitglieder des MR Schwäbisch-Hall haben inzwischen eine Photovoltaik-Anlage gebaut.
Wenn der Schnee zur Last wird
Extreme Schneelasten haben in Süddeutschland auch schon zum Bruch von Solarmodulen geführt – in der Regel ein Garantiefall. Diese Erfahrungen haben einige Hersteller bewogen, Schäden durch Schneedruck aus den Garantieleistungen zu streichen. Neuere Qualitätsmodule sind daraufhin für höhere Schneelasten ausgelegt worden. Ein genauer Blick in die technischen Daten und die Garantiebedingungen kann also viel Ärger ersparen.
Einspeisevergütungen sollen sinken
Wie von ntv heute berichtet wurde, sollen die Einspeisevergütungen für Solarstrom im kommenden Frühjahr gesenkt werden, weil der Ausbau der Photovoltaik weit über den Prognosen der Bundesregierung liege. Der Sender zitiert einschlägige Regierungs- und Branchenkreise, die von einer Kürzung um 16 bis 17 Prozent ab April 2010 ausgehen. Zusätzlich könnten die Vergütungen in den kommenden Jahren stärker als bisher festgelegt sinken, wenn der Neubau von Anlagen unvermindert schnell weitergehe. Die Kürzungen sollen alle Dach- und Freiflächenanlagen unabhängig von ihrer Größe betreffen. Für Solarzellen auf reinen Ackerflächen werde die Kürzung noch deutlicher ausfallen, hieß es. Thomas Braun bewertet die geplanten Maßnahmen des Gesetzgebers in einer ersten Einschätzung als herben Rückschlag für den Ausbau des Solarstroms. Derart drastische Kürzungen könnten nicht mehr durch sinkende Modulpreise aufgefangen werden.

