Rund 1800 Anlagen mit über 38.000 kwp (Kilowatt-Peak, Spitzenleistung) wurden über den Maschinenring installiert und betreut. Etwa 40 % der Mitglieder des MR Schwäbisch-Hall haben sich inzwischen von Thomas Braun beraten lassen und eine Photovoltaik-Anlage gebaut. Der gelernte Bankkaufmann leitet seit 2002 den Bereich Solarstrom. Der Maschinenring ist Kompetenzzentrum für 20 weitere Ringe in Baden-Württemberg und Bayern.
Was ändert sich ab 2009?
Die wichtigste Änderung im neuen EEG ist wohl die jährlich um ca. 8 bis 10 % sinkende Einspeisevergütung. Für Photovoltaik-Anlagen bis 30 kwp, die im Januar 2009 ans Netz gehen, beträgt die Einspeisevergütung nur noch 42,48 ct/kWh. Der Strom aus Anlagen bis 100 kwp wird mit 40,36 ct/kWh vergütet. Für die Größe einer Anlage nach EEG ist zukünftig die installierte Spitzenleistung je Übergabepunkt ins Netz maßgeblich. Bisher richtete sich die Vergütung nach der Anlagenleistung je Gebäude.
Häufige Fehler in der Kalkulation
Eine sorgfältige Kalkulation im Vorfeld der Investitionsentscheidung wird ab 2009 noch wichtiger. Der MR Schwäbisch-Hall erstellt selbst Wirtschaftlichkeitsberechnung bietet aber auch eine unabhängige Prüfung von Angeboten und Kalkulationen Dritter an. In vielen Wirtschaftlichkeitsberechnungen werde der Stromertrag zu optimistisch eingeschätzt, so Thomas Braun. „Viele Berechnungen, die wir prüfen, gehen von einem Jahresertrag von 1000 kWh je kwp installierte Leistung aus. Das ist zwar der Durchschnittswert unserer Anlagen, dieser wird allerdings an vielen Standorten nicht erreicht. Ungünstige Dachausrichtung und –neigung oder zeitweise Beschattung der Anlage können zu einer deutlichen Minderleistung führen.“ Die Nebenkosten des Anlagenbetriebes bleiben immer wieder unberücksichtigt, stellt Braun bei seinen Prüfungen fest. Zusätzliche Steuerberatungskosten, Rücklagen für den Ersatz defekter Wechselrichter und Versicherungsbeiträge sollten nicht vergessen werden. Viele Investoren rechnen für den Bau der Anlage nur mit den Materialkosten. Aber zumindest die netzseitige AC-Installation müsse natürlich von einem Fachbetrieb durchgeführt werden, betont der PV-Experte. Die Installation auf dem Dach könne der Landwirt nach Einweisung durchaus selbst machen. Ein Fachbetrieb sollte allerdings die Eigenleistung schon aus Gewährleistungs- und Haftungsgründen abnehmen.
Modul ist nicht gleich Modul
Man müsse sich wie beim Schlepperkauf genau überlegen, welche Module von welchem Hersteller man kauft. Schließlich müsse die Anlage über 20 Jahre funktionieren. Namhafte Hersteller, die auch mal defekte Module austauschen können, sollte man bevorzugen. Von „no-name-Produkten“ rät Thomas Braun eindringlich ab. Schließlich hätten Testergebnisse des Fraunhofer Instituts zum Teil Abweichungen in der Flächenleistung zu den Hersteller-Angaben von bis zu 15 % ergeben.
Mit einer eigenen Test-Anlage vergleicht der Maschinenring seit einigen Jahren 14 Module unterschiedlicher Technologien auf einem Dach. Verschiedene Dünnschicht-Module werden mit der hochpreisigen Sanyo-HIT-Technologie und den herkömmlichen mono- und polykristallinen Modulen verglichen. Das erstaunliche Ergebnis – die Leistungsunterschiede zwischen den Modulen liegen teilweise bei über 20 %. Die Dünnschicht-Module bilden das Schlusslicht in dem Langzeittest. Die Hersteller-Aussage, dass die Dünnschicht-Technik das Streulicht besser verwertet, habe man bei keiner der drei installierten Dünnschicht-Modelle bestätigen können, so Thomas Braun. Man könne diese Technik nur bei entsprechenden Preisnachlässen empfehlen. Die Ergebnisse des Maschinenrings zum Modulvergleich konnten in einer Testanlage der Uni Stuttgart weitgehend bestätigt werden.
Ein ausführliches interview mit Thomas Braun zur Situation der Photovoltaik nach der Novelle des EEG lesen Sie in Maschinenring aktuell 4/2008.

