Kann man das Angebot einer Fahrschule auch auf den landwirtschaftlichen Sektor abstimmen? Ja, man kann! Die erste MR-Fahrschule in Albersdorf (Schleswig Holstein) hat es geschafft. Seit 2009 erfährt das Konzept stetig große Nachfrage. Angebote, wie zum Beispiel Ferienkurse oder auch das Fahrsicherheitstraining, unter anderem auch für den T-Bereich, entsprechen den Vorstellungen und Wünschen der landwirtschaftlichen Mitgliedsbetriebe.
Aber das Hauptaugenmerk liegt auch in dieser Fahrschule zunächst auf der Schulung aller Klassen. Gerade die landwirtschaftlich relevanten Klassen (C/CE und T) werden oft unterrichtet und geprüft. Die Klasse T kann von den Fahrschülern ohne Vorbesitz einer anderen Klasse erworben werden, und ist somit für die Kinder aus landwirtschaftlichen Familien schon früh eine wichtige Voraussetzung für die Mithilfe auf dem Betrieb. Allerdings gibt es Altersbeschränkungen für die bbH (bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit); so dürfen Jugendliche bis 16 Jahre max. 40km/h fahren und erst mit der Volljährigkeit wird diese Beschränkung aufgehoben.
Ein besonderes Konzept der Dithmarscher Fahrschule sind Ferienführerscheine. Durch die Möglichkeit der Unterbringung und Verpflegung in den voll renovierten Räumlichkeiten der ehemaligen Kaserne können gerade Jugendliche in kurzer Zeit ihre Fahrerlaubnis erwerben, ohne dass damit viele Fahrten zu oder von einer Fahrschule verbunden sind. Mittlerweile werden in den Sommerferien zwei Schulungsblöcke (Dauer jeweils 14 Tage) angeboten. Die komprimierte Absolvierung aller Unterrichtsbereiche (Theorie und Praxis) ermöglicht es vielen Jungendlichen, die Prüfung in kurzer Zeit ohne große Schwierigkeiten erfolgreich zu bestehen.
Im LKW Bereich sind die Anforderungen gerade in den letzten Jahren deutlich umfangreicher geworden. So ist die Geltungsdauer befristet auf 5 Jahre und muss mit regelmäßigen Berufskraftfahrerweiterbildungen aktualisiert werden.
Aus- und Weiterbildung
Die Aus- und Weiterbildung der LKW-Fahrer ist sowohl für die Mitarbeiter der Transportgemeinschaften als auch externer Firmen in den letzten Jahren ein fester Bestandteil des Tagesgeschäftes geworden. Alle Fahrer, sofern sie Fahrten gewerblich durchführen und mit Fahrzeugen unterwegs sind, für die ein Führerschein der Klassen C/CE, C1/C1E erforderlich ist, müssen eine Weiterbildung absolvieren. Diese kann durch die Teilnahme an 35 Stunden Unterricht alle fünf Jahre, in Einheiten von mindestens sieben Stunden erfolgen. Alle Module werden von der MR-Fahrschule angeboten. Dies ist für die Transportgemeinschaften, als Partnerunternehmen des Maschinenringes von großem Vorteil, weil die Organisation und Durchführung dieser Fortbildungen direkt im eigenen Haus erfolgt. Aber auch für Fahrer externer Firmen oder auch Transportgemeinschaften aus anderen Bundesländern ist dieses Angebot interessant, da die Weiterbildung auch als Tages- oder Wochenkurs absolviert werden kann. Auf Wunsch führen die Fahrlehrer die Kurse auch als Inhouse-Schulung im eigenen Unternehmen durch. Im Rahmen der Zusammenarbeit mit dem ADAC ist in der kurzen „Amtszeit“ der ersten MR-Fahrschule ein weiteres Aufgabenfeld für die mittlerweile drei Fahrlehrer dazugekommen. In Tagesseminaren werden den Interessierten Fahrsicherheitstrainings, sowohl für PKW, Schlepper und LKW angeboten. Das Thema Sicherheit steht ganz vornean.
Mit Sicherheit mehr Fahrspaß!
Nach diesem Motto werden die Kursteilnehmer ausgebildet. Es wird nicht nur die Fahrsicherheit gesteigert, sondern die Fahrer lernen auch die Grenzen ihres Fahrzeuges und ihrer eigenen fahrerischen Möglichkeiten kennen. Und als besonderen Bonus gibt es für Fahranfänger zusätzlich zur Sicherheit noch mögliche Einsparungen im Bereich der KFZ-Versicherung. Aber nicht nur mit dem PKW, auch mit Schleppern und den immer größer werdenden Maschinen im landwirtschaftlichen Bereich, ist das Thema Sicherheit stets aktuell. Wie gut kennt der Fahrer sein Geschütz in den unterschiedlichsten Situationen und Landungszuständen?
Diesen Fragen wird in den Kursen, mit der Simulation der unterschiedlichsten Szenarien auf den Grund gegangen. Am Ende ist dies nicht nur ein Vorteil für den jeweiligen Fahrer, sondern auch für den gesamten Betrieb, da es durch die Routine und Sicherheit, zu weniger Störungen im Betriebsablauf kommt. Da gerade diese Tatsache auch für Lohnunternehmer mit einer Vielzahl von Fahrern äußerst interessant ist, kommen auch aus diesem Bereich viele Anfragen.
Nun ist die Fahrschule also nach kurzer Zeit schon aus den Kinderschuhen gewachsen und hat sich auf dem freien Markt behauptet. „Das es alles so gut angenommen wird, konnten wir nur hoffen“, so der Geschäftsführer des Maschinenringes Dithmarschen Thies Siebels. Die positive Resonanz und die mittlerweile über 300 erfolgreichen Prüfungen zeigen, dass die Idee zur richtigen Zeit „geboren“ wurde. Auf den ersten Blick vielleicht ein exotischer Betriebszweig für einen Maschinenring, hat sich die Fahrschule mittlerweile zu einem festen und stabilen Standbein des Ringes entwickelt.

