Eine solche Herausforderung sei zwar nicht die Regel, komme aber immer wieder in seiner täglichen Arbeit vor, so Ralf Schomacker. „Wir müssen dann alle Hebel in Bewegung setzen, um so kurzfristig noch einen geeigneten Betriebshelfer für den betroffenen Hof zu finden.“ Wie vielerorts zeichnet sich auch im Kreis Rotenburg seit einigen Jahren ein steigender Bedarf an Betriebshilfe ab. Ralf Schomacker führt dies auf den steigenden wirtschaftlichen Druck auf die Betriebe und deren Leiter zurück. Oft werden aus den üblichen Belastungen der Betriebsleiter Überlastungen, die zu Erkrankungen oder vermehrten Unfällen führten, so der MR-Geschäftsführer weiter.
Netzwerk mit den Nachbarringen
Der Maschinenring Zeven kann für seine Vermittlungsleistung auf einen Pool von 30 nebenberuflichen Betriebshelfern sowie drei angestellte Helfer der Alterskasse zurückgreifen. Mit den Nachbarringen gibt es bereits seit vielen Jahren ein Netzwerk für Betriebshilfe. Über diesen Weg werden bei Über- oder Unterkapazitäten Betriebshelfer zwischen den Ringen ausgetauscht. Allerdings werden die Fahrtkosten seit kurzem nur pauschal mit einem geringen Betrag von den Sozialversicherungsträgern erstattet, so dass der Betriebshelfer im Idealfall aus der näheren Umgebung kommen sollte. Gelegentlich müssen deshalb die zusätzlichen Fahrtkosten vom Einsatzbetrieb übernommen werden, wenn kein Helfer aus der Umgebung zur Verfügung steht.
Betriebshelfer sind gefragte Leute
Oft sind es Landwirtssöhne, die die Zeit bis zur Übernahme des elterlichen Betriebes überbrücken wollen und beim Maschinenring als Betriebshelfer „anheuern“. Nach einer landwirtschaftlichen Ausbildung und der einjährigen Fachschule bleiben die designierten Hofnachfolger beim elterlichen Betrieb angestellt und arbeiten nebenberuflich als Betriebshelfer. Es sei allerdings nicht einfach, gute Leute zu finden, beklagt Ralf Schomacker. In vielen Betrieben der Region stünden sich Vater und Sohn buchstäblich auf den Füßen. Das bedeute oft unnötigen Familienstreit, der durch eine Betriebshelfertätigkeit des Hofnachfolgers in spe entschärft werden könne.
Zeit und Ruhe für die Genesung
Seit Mitte Juli ist Mark Schlesselmann auf dem Schweinemastbetrieb Klintworth in Groß Meckelsen im Einsatz. Der 20-jährige ist nebenberuflicher Betriebshelfer und Spezialist für Schweine und Sauen. Volker Klintworth war nach einer Erkrankung am Herz- Kreislaufsystem mit einem Kuraufenthalt und anschließender Genesungsphase lange ausgefallen. Der Betriebsleiter betont, wie wichtig es sei, einen verlässlichen Betriebshelfer auf dem Hof zu wissen, dem man vertrauen könne. Nur dann könne man sich ganz auf die Genesung konzentrieren und müsse nicht ständig an den Betrieb denken. Auf MR-Betriebshelfer Mark Schlesselmann könne er sich verlassen. Sowohl die regelmäßigen Arbeiten im Stall als auch die Ernte- und Bestellarbeiten auf dem Acker habe der Helfer vom Maschinenring hervorragend erledigt.
Bild: (v.l.) Betriebsleiter Volker Klintworth, MR-Geschäftsführer Ralf Schomacker, Betriebshelfer Mark Schlesselmann

