Phosphor begrenzt die Höhe der Güllegabe
Durch intensive Düngung mit Gülle und Stallmist sind die meisten Böden in der Veredelungsregion im Kreis Coesfeld hoch bis sehr hoch mit Phosphor versorgt. Der MR Coesfeld prüft zurzeit verschiedene Verfahren zur Gülleseparation. Ziel ist die Anreicherung überschüssiger Nährstoffe, in der Regel Phosphor, in der festen Phase. Notwendige „Nährstofftransporte“ können dann wegen des deutlich verringerten Transportvolumens kostengünstiger ausgeführt werden. Abschließende, allgemeingültige Aussagen zur Wirtschaftlichkeit der Separationsverfahren könne man jedoch noch nicht machen, schränkt MR-Mitarbeiter Hubertus Schulze Froning ein. Für Betriebe mit Sauenhaltung und mit Abstrichen für Schweinemastbetriebe scheint das einfache „Sinkschichtverfahren“ die wirtschaftlichste Möglichkeit zu sein. Das zu exportierende Güllevolumen kann auf ca. ein Drittel gesenkt werden. Allein durch die Schwerkraft wird der Trockenmassegehalt in der Sinkschicht auf rund 8 % angehoben. Allerdings ist nicht jeder Güllebehälter von seinen baulichen Voraussetzungen für das Verfahren geeignet. Bei einem Behälterneubau sollten entsprechende Voraussetzungen geschaffen werden, empfiehlt Hubertus Schulze Froning. Auch aufwendigere mechanische Separationsverfahren zum Teil mit Flockungs- und Fällzusätzen werden vom MR Coesfeld auf deren Wirtschaftlichkeit für verschiedene Betriebstypen geprüft.
EEG-Novelle fördert kleine Hofanlagen und Gülle
Auch die Vergärung von Gülle in landwirtschaftlichen Biogasanlagen ist eine Möglichkeit Wertschöpfung aus dem „Abfallstoff“ zu ziehen. Die Neuregelungen des novellierten EEG haben den MR Coesfeld bewogen, ein Konzept für Hofbiogasanlagen bis 150 kW elektrischer Leistung mit hohem Gülleanteil zu entwickeln. In Zusammenarbeit mit einem renommierten Anlagenbauer bietet der Ring im westlichen Münsterland eine Art Baukastensystem an. Durch geeignete Zusammenstellung standardisierter Komponenten kann die Biogasanlagen an die individuellen betrieblichen Gegebenheiten optimal angepasst werden kann. Aufgrund der erhöhten Vergütungssätze für den eingespeisten Strom sowie den neuen „Güllebonus“ können die Kleinanlagen Einspeisevergütungen von mehr als 25 ct/kWh erzielen. Der Bonus für Wirtschaftsdünger in Höhe von 4,0 ct/kWh wird gezahlt, wenn mindestens 30 Masse-% Gülle eingesetzt werden.
Bild: Gülle-Logistik im MR Coesfeld. Straßentransport, Feldrandcontainer und Güllewagen mit Schleppschlauchverteiler (Foto: MR Coesfeld)

