Bundesverband der Maschinenringe e.V.

Feierabend!

Datum: Sonntag, 7. Juni 2009

Grafik: Frank Speth

 

Es ist 18 Uhr. Feierabend. Das Rolltor der Maschinenhalle senkt sich langsam und hüllt seine Bewohner in dämmriges Licht. Durch eine Dachluke fallen noch ein paar rötliche Sonnenstrahlen und erhellen die leicht gespenstische Stimmung. Gelegentlich ist ein Knacken zu hören, wenn sich ein Motorblock oder ein Auspuffrohr in der kühlen Abendluft entspannt.

 

Ein leises Gemurmel legt sich über die Stille. Wir gehen vorsichtig näher und aus dem Gemurmel wird langsam ein Gewirr von Stimmen. Wir gehen noch näher heran und können einige Wortfetzen verstehen: „spitzer Stein“, „neue Asphaltdecke“, „ich habe zuviel Druck“. Die Stimmen klingen müde und erzählen von einem harten Arbeitstag auf dem Feld, auf Wegen und Straßen.
 
Da stehen sie, die „Helden der Arbeit“, Rollo, Schlupfi und Profilius. Oft verkannt und wenig gewürdigt. Die Lastenträger für viele Tonnen. Nach oben müssen sie stark und stabil sein , nach unten weich und schonend zum Boden. Sie sollen jeden Druck aufnehmen aber wenig davon weitergeben – natürlich ohne dabei zu platzen. Die Verantwortung ist groß, für teure Maschinen, für den Fahrer und für die Ladung. Doch jetzt ist Feierabend und langsam kehrt Ruhe und Entspannung ein, in der Maschinenhalle mit dem grünen Logo am Tor und der Aufschrift „Betrieb im Maschinenring“.
 
Die Begegnung
Der Morgen dämmert und auf dem Milchviehbetrieb herrscht schon hektische Betriebsamkeit. Das Rolltor hebt sich, nach und nach heulen die Motoren auf. Das Wetter ist gut an diesem Septembermorgen. Maissilage steht auf dem Zettel, ein Einsatz im Nachbardorf über den Maschinenring. Unter der Last der angehängten Häckselwagen rollen Rollo, Schlupfi und Profilius über den Hof auf die Straße. Sie spüren die Kraft der Motoren und die Reibung auf dem Asphalt. Langsam steigt die Temperatur im Inneren, als es mit fast 60 km/h über die Landstraße geht. Noch ein Stück auf einem Plattenweg und da wartet schon der Häcksler und ein weiterer Schlepper mit Häckselwagen. Jetzt ist Flexibilität gefragt. Auf dem Acker weich mit wenig Schlupf, auf der Straße und dem Plattenweg schnell mit wenig Reibung. Dann ist Mittagspause und die Schlepper stehen beieinander. Man kommt ins Gespräch. „Ich habe nicht viel zu tun, vielleicht 100 Stunden im Jahr“, schätzt der Kollege des heimischen Schleppers. „Aber irgendwie muss ich oft mit viel zu viel Druck fahren. Das strengt an und ich verliere eine Menge Gummi, besonders auf einer Seite.“ Rollo bedauert seinen Kollegen und erklärt wie wichtig der richtige Reifendruck und eine korrekt eingestellte Spur für das Wohlbefinden sind. „Wir sind in der Saison fast jeden Tag im Einsatz, bis zu 800 Stunden im Jahr. Wir kommen viel herum, manchmal sogar in den Nachbarkreis. Wir leben zwar nicht so lange, dafür ist das Leben spannend und abwechslungsreich und wir sehen etwas von der Welt. Der Reifendienst vom Maschinenring ist regelmäßig auf dem Hof und sorgt für unsere Gesundheit. Einseitig abgefahrene Reifen gibt es bei uns nicht. Seit der Bauer den Reifendruckmesser vom Maschinenring hat, leiden wir auch nicht mehr unter „Hochdruck.“
 
Fortsetzung folgt
 
Grafik: Frank Speth