Schlagkarteien gibt es doch wirklich schon genug auf dem Markt, könnten Kritiker über das neue Online-Angebot des Maschinenrings an der Westküste Schleswig-Holsteins sagen. Aber warum gibt es immer noch viele Landwirte, die die Schlagdaten mit Papier und Kugelschreiber protokollieren und in einem Ordner abheften? „Wir haben uns bewusst auf das wesentliche beschränkt und viele Funktionen integriert, die die Bedienung erleichtern und beschleunigen“, betont Christiane Meyer, Mitarbeiterin des MR Dithmarschen. Beispielsweise werden bei der Eingabe von Pflanzenschutzmaßnahmen Indikation, kulturspezische Wartezeit und Wirkstoff automatisch vom System eingetragen. Im Hintergrund steht eine Datenbank der zugelassenen Pflanzenschutzmittel, die ständig auf dem neuesten Stand des BMELV ist. Die Arbeit übernimmt der Maschinenring, um es seinen Mitgliedern so leicht wie möglich zu machen.
Dateneingabe als Serviceleistung
„Unser Ziel ist es, dass unsere Online-Schlagkartei deutlich weniger Arbeitszeit bindet, als die verbreitete Zettelwirtschaft“, beschreibt MR-Geschäftsführer Thies Siebels den Kern des neuen Angebotes. Um den Einstieg in die elektronische Schlagkartei weiter zu erleichtern, bietet der MR auch die Eingabe der Schlagdaten als Dienstleistung an. Der Landwirt schickt seine handschriftlichen Aufzeichnungen beispielsweise per fax und in der MR-Geschäftsstelle werden die Daten in das System eingepflegt. Der Landwirt hat dann online jederzeit bequemen Zugriff auf seine Schlagdaten und kann selbst Änderungen vornehmen.
„Ackerschlag online“ ist seit Oktober im Netz verfügbar. Bereits in den ersten Tagen wurden rund 25 Testzugänge und einige Nutzungsverträge abgeschlossen. Die gute Resonanz ist für Christiane Meyer keine Überraschung. Schließlich habe man die Schlagkartei mit Landwirten, für Landwirte und auf ausdrücklichen Wunsch vieler Landwirte entwickelt. Bei den Audits im Zuge der Zertifizierung nach QS oder GlobalGAP habe sich immer wieder ein akuter Bedarf für ein solches „light“-Produkt gezeigt, so die MR-Expertin für Zertifizierung weiter.
Seit Anfang 2009 müssen auch die Bewirtschaftungsdaten für Futterbauflächen in einer Ackerschlagkartei erfasst werden, um den cross-compliance Vorgaben zu genügen. Viele Milchbetriebe haben bislang also noch gar nicht dokumentieren müssen und haben mit „Ackerschlag online“ nun die Möglichkeit, erst gar nicht mit der aufwändigen Zettelwirtschaft zu beginnen, sondern gleich die Vorteile der EDV zu nutzen.
Fehlermeldung schon bei der Planung von Maßnahmen
Natürlich können Maßnahmen und ganze Kulturen im System geplant werden. Automatisch werden dann zum Beispiel Wartezeiten zwischen Pflanzenschutzmaßnahmen und Erntetermin abgeglichen. „Ackerschlag online“ warnt automatisch, wenn etwas nicht zusammen passt. Wer hat schon im Kopf, dass die Wartezeit nach Pflanzenschutzmaßnahmen bei Kopfkohl 10 Tage und bei Brokkoli 14 Tage betragen kann. Das System zeigt auch automatisch die zugelassene Aufwandmenge und Indikation für ein ausgewähltes Mittel an. So kann man ein gutes Stück sicherer sein, sich immer im Rahmen der aktuellen Zulassungsvorschriften zu bewegen und dem nächsten Besuch der QS-Auditors entspannter entgegensehen. Geplante Maßnahme können nach der Durchführung direkt per Mausklick in die Schlagkartei übernommen werden – einfacher geht’s nicht.
Testzugang erhalten Sie unter 0481/85077-20 Christiane
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