Workshop beim Tag der Maschinenringe in Speyer
Einen neuen Trend im Ehrenamt beschrieb Dr. Martina Schott beim Tag der Maschinenringe am 10. Juni in Speyer: Mitglieder werden nach ihren Fähigkeiten und Berufen projektbezogen eingebunden. Der Vorstand leistet die kontinuierliche Arbeit.
Man muss sich nicht gleich in den Vorstand wählen lassen, um sich ehrenamtlich in Maschinenringen oder anderen Vereinen zu engagieren. Man kann auch als “einfaches” Vereinsmitglied Einzelaufgaben mit begrenztem Umfang übernehmen. So können Mitglieder mit juristischer Ausbildung für den Verein Verträge ausarbeiten oder EDV-Experten die Mitglieder-Datenbank verbessern. Martina Schott, die sich als Unternehmensberaterin auf ehrenamtlich geführte Organisationen spezialisiert hat, ermutigte die anwesenden MR-Vorstände und Geschäftsführer, die Mitglieder stärker in die Vereinsarbeit einzubinden.
Woran das Ehrenamt oft krankt
Erfolgreiches ehrenamtliches Engagement ist die Basis für gute Maschinenring-Arbeit. Aktive Mitglieder und Vorstände wissen, wo in der Praxis „der Schuh drückt“ und wie praxisnahe Lösungen aussehen müssen. In den meisten Vereinen sind die Aufgaben jedoch auf zu wenig Schultern verteilt. Gleichzeitig wird keine Kultur konstruktiver Kritik gepflegt. Mangelhaft vorbereitete Sitzungen, Langeweile, Ideenlosigkeit und fehlende Professionalität hemmen nicht selten die Aktivitäten. Die geleistete Arbeit findet oft zu wenig Anerkennung. Zudem mache es keinen Sinn beispielsweise eine Unternehmensberaterin zum Kuchen backen einzuteilen, wenn sie ihre Fähigkeiten weitaus besser z.B. bei der Sponsoren-Akquisition für den Verein einsetzen könnte, betonte die Beraterin der Maschinenringe. Man müsse die Mitglieder nach ihren Fähigkeiten und Erfahrungen optimal einsetzen.
Felder ehrenamtlicher Arbeit
Die Workshop-Teilnehmerinnen und –Teilnehmer erarbeiteten typische Aufgaben für „Ehrenamtler“ im Maschinenring:
- Jahresgespräche mit dem Personal und Schlichtung von Personalkonflikten (Personalombudsmann)
- Strategie-Entwicklung
- Coaching hauptamtlicher MR-Mitarbeiter
- Projektleitung
- Lobbyarbeit und Marketing
- Moderation von Sitzungen, Versammlungen und Strategie-Klausuren
- Akquisition von Aufträgen
Weiterbildung für den Verein
Viele Maschinenringe kaufen Leistungen, die von den Mitgliedern nicht erbracht werden können, von externen Dienstleistern ein. Für den Verein kann es wirtschaftlicher sein, ein Mitglied auf Vereinskosten entsprechend fortzubilden, das dann ehrenamtlich seine erworbenen Fähigkeiten für die Vereinsziele einsetzt. Dabei können sowohl das Mitglied als auch der Verein profitieren. MR-Mitglieder oder Vorstände können sich beispielsweise im Bereich Mediation und Konfliktmanagement oder Moderation weiterbilden.
Betriebshelfer schafft Freiraum für Ehrenamt
“Ich habe keine Zeit für ehrenamtliche Arbeit“. Das ist wohl der häufigste Grund, warum sich Landwirte nicht ehrenamtlich im Maschinenring engagieren. Was liegt näher, als einen Betriebshelfer des Maschinen- und Betriebshilfsringes zu stellen, der den „Ehrenamtler“ auf dem heimischen Betrieb zeitweilig vertritt. Das sei eine Form der Wertschätzung für die ehrenamtliche Arbeit, begründete Martina Schott diesen Vorschlag. Schließlich soll ehrenamtlicher Einsatz nicht zu individuellen Nachteilen führen. Dazu zähle auch eine angemessene Aufwandsentschädigung und die Übernahme entstandener Kosten durch den Verein.