Getreide, Raps und Weinreben über ein Ammonium-Depot in Wurzelnähe ernähren – das verbirgt sich hinter „Cultan“. Die Maschinenringe Gerolzhofen und Wetterau vermitteln die kostengünstigen Düngerlösungen und die praxiserprobte Injektortechnik.
Cultan (Controlled Uptake Long Term Ammonia Nutrition) ist ein Verfahren zur kontrollierten Ammonium-Langzeit-Ernährung von landwirtschaftlichen und gärtnerischen Kulturen. MR-Geschäftsführer Roland Kukoll ist überzeugter Verfechter der Cultan-Düngung. 4 Jahre gute Erfahrungen auf bis zu 1.500 ha pro Jahr und die wissenschaftlichen Untersuchungen von Prof. Karl Sommer an der Universität Bonn haben ihn überzeugt. „Die Ausbringung mit dem Injektor ist randscharf, kennt keine gasförmigen Verluste und sorgt für eine exakte Verteilung und damit gleichmäßige Bestände“, beschreibt der Geschäftsführer des Maschinering Gerolzhofen seine Erfahrungen mit der robusten Injektor-Maschine des niederländischen Herstellers Duport. Wegen der geringeren Verluste kann die N-Düngung um bis zu 20 % reduziert werden.
Injektor-Technik ausgereift
„Die Cultan-Düngung fand trotz der pflanzenbaulichen Vorteile lange Jahre wenig Verbreitung, weil die Injektor-Maschinen anfällig und nicht ausgereift gewesen seien“, erinnert sich Roland Kukoll. Heute sind robuste und ausgereifte Maschinen mit gefederter Aufhängung der Injektorräder auf dem Markt. Über diese „Stachelräder“ im Abstand von 25 cm wird die Ammonium-Lösung etwa 10 cm tief eingebracht. Mit einer Arbeitsbreite von 12 Meter erreicht die Maschine eine stattliche Stundenleistung von 3 bis 5 ha, je nach Schlaggrößen. Steine und tonreiche Böden sind für die Maschinen kein Problem mehr.
„Wir haben das innovative Angebot gemeinsam mit einem Lohnbetrieb im Maschinenring aufgebaut“, beschreibt Roland Kukoll die Anfänge des Projektes vor etwa 4 Jahren. Die Maschine wird mit Erfolg in allen Getriedearten sowie Winterraps eingesetzt.
Einmalige Überfahrt spart Kosten
In Ackerkulturen reicht wegen der Depotwirkung eine einmalige Überfahrt im frühen Frühjahr, während im Grünland zu jedem Schnitt gedüngt wird. Der MR Wetterau setzt vorwiegend auf AS-Lösung 120 mit einem Stickstoff- und Schwefel-Gehalt von 12 und 8 %. ASL fällt als kostengünstiges Koppelprodukt in der Lebensmittelindustrie an. Im MR Gerolzhofen wird dagegen bevorzugt HAS-Lösung gedüngt. Die Harnstoff-Ammonium-Schwefel-Lösung 20/6 enthält 6 % Ammonium – N und 14 % Amid – N. Aufgrund der höheren N-Konzentration muss weniger Volumen ausgebracht werden. Für eine Gabe von 200 kgN/ha mit einer HAS-Lösung sind 1000 l notwendig, während mit ASL fast 1.700 l/ha Dünger-Lösung ausgebracht werden müssen.