Seit Oktober 2009 unterstützen die Bioenergie-Berater Florain Gerlach und Nils Hölzer Landwirte bei der Entscheidungsfindung in Sachen Bioenergie. Als Teil eines deutschlandweiten Projektes der Fachagentur für Nachwachsende Rohstoffe (FNR) setzen die Maschinenringe die Bioenergie-Beratung in Schleswig-Holstein um. In anderen Bundesländern sind Maschinenringe personell und in der Beratungsabwicklung beteiligt.
„Wir beraten vorwiegend Land- und Forstwirte in der frühen Planungs- und Ideenphase“, beschreibt Nils Hölzer den Schwerpunkt seiner Arbeit. Die Berater machen eine umfassende Analyse der betrieblichen Voraussetzungen z.B. im Hinblick auf verfügbare Biomasse, Abwärme-Nutzung, räumliche Verhältnisse, Infrastruktur und Energieverbrauch. Ergebnis der Beratung ist ein schriftliches Konzept mit Betriebsbeschreibung und Ergebnissen zur Machbarkeit, Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit verschiedener Bioenergien.
Nachhaltigkeit im Focus
„Die Nachhaltigkeit eines Projektes steht zunehmend im Mittelpunkt unserer Arbeit. Die Landwirte wollen nicht in Projekte investieren, die mittel- oder langfristig nicht mehr politisch mitgetragen werden“, so Florian Gerlach. Der Berater bescheinigt Biogasanlagen mit Wärmekonzept oder Gaseinspeisung oft gute Noten bei der Nachhaltigkeit, weil die Flächeneffizienz vergleichsweise hoch sei. Auch die Gülleanlagen mit mehr als 70 % Gülleanteil am Substrat, schneiden nach seiner Ansicht in puncto Nachhaltigkeit gut ab, weil sie Methan-Immissionen vermeiden.
Zu den Personen
Florian Gerlach (38) ist Dipl.-Agraringenieur, sammelte praktische Erfahrungen auf einem Milchvieh- und Legehennenbetrieb und arbeitete als Redakteur bei der Zeitschrift „Energiepflanzen“ sowie beim Nova-Institut in Hürth. Seine Schwerpunkte liegen in den Bereichen Biogas und Öffentlichkeitsarbeit, Rechtssicherheit für die Boni nach EEG, Umweltgutachten.
Nils Hölzer ist Forstwirt. Nach 2 Jahren Berufspraxis absolvierte er das Batchelor-Studium „Technologie der Nachwachsenden Rohstoffe“. Er ist Experte für Festbrennstoffe, Kurzumtriebsplantagen und für Biogas-Fermentertechnik.
Teil im Netzwerk Bioenergie
Die Bioenergie-Berater legen großen Wert auf ihre Einbindung im Netzwerk der Maschinenringe und regionalen Beratungsinstitutionen. Mit dem Kompetenzzentrum Biomasse der FH Kiel, der Landwirtschaftskammer, der Energieagentur S-H, den Universitäten, den Maschinenringen im Land sowie den Biogas-Spezial-Beratern hat sich eine enge Zusammenarbeit entwickelt.
Die Berater stehen den Landwirten auch für eine telefonische Beratung in Einzelfragen zur Verfügung. Informationsveranstaltungen für Landwirte sowie eine breit angelegte Öffentlichkeitsarbeit zum Energiepflanzenanbau bestimmen den Arbeitstag. Die Bioenergie-Berater unterstützen Landwirte bei der Öffentlichkeitsarbeit im Umfeld eines geplanten Projektes und geben Tipps, wann und wie die betroffenen Anlieger und Nachbarn informiert und eingebunden werden sollten.
Ablauf einer Bioenergie-Basis-Beratung:
1. Der interessierte Land- oder Forstwirt ruft an (Telefon 04874/9005-313 oder -312)
2. Telefonisch werden wichtige Eckdaten des Betriebes aufgenommen, um die Richtung der Beratung einschätzen zu können.
3. Bei einem Vor-Ort-Termin nehmen die Bioenergie-Berater die betrieblichen Voraussetzungen und die Ideen des Betriebsleiters auf.
4. Die Berater erarbeiten ein schriftliches Grobkonzeptes mit Beschreibung des Betriebes und Empfehlungen für Investitionen. Für den Landwirt ist die Beratung kostenfrei.
Bild oben: Biogas-Anlagen und Möglichkeiten der Abwärme-Nutzung sind ein Schwerpunkt der Beratungsarbeit, im Bild getrocknete Holzhackschnitzel. (Foto: Buchholtz)
Bild unten: Das MR-Team der Bioenergieberatung in Schleswig-Holstein und Hamburg (v.l.): Projektleiter Thorben Holsteiner mit den beiden Beratern Nils Hölzer und Florian Gerlach. (Foto: Geiger)


