Bundesverband der Maschinenringe e.V.

Betriebshilfe – moderner Klassiker

Geschäftsführer Detlef Marsch und MR Mitarbeiterin Ute Prieß

Die klassische Maschinenring-Arbeit sei eher rückläufig, hört man vielerorts, aber nicht so im Maschinenring Husum-Eiderstadt. „Die Betriebshilfe ist eine tragende Säule unseres Maschinenrings und für viele Bauern Grund genug, MR-Mitglied zu sein.“

Betriebshilfe – moderner Klassiker


Die klassische Maschinenring-Arbeit sei eher rückläufig, hört man vielerorts, aber nicht so im Maschinenring Husum-Eiderstadt. „Die Betriebshilfe ist eine tragende Säule unseres Maschinenrings und für viele Bauern Grund genug, MR-Mitglied zu sein.“ Geschäftsführer Detlef Marsch bietet den Betrieben in der Veredlungsregion mit 14 fest angestellten und 20 nebenberuflichen Betriebshelfern eine moderne Dienstleistung an. Die gut ausgebildeten und regelmäßig fortgebildeten Kräfte helfen schnell und unbürokratisch in sozialen Notlagen und werden mit steigender Tendenz für Urlaubsvertretungen und bei Arbeitsspitzen angefordert.

 

Tragende Säule des Maschinenrings

 

Im Zuge des Strukturwandels in der nordfriesischen Region erlebt die Betriebshilfe eine regelrechte Blüte. Bei Krankheit, Unfall, Kur, Schwangerschaft oder Urlaub stehen nur in seltenen Fällen Familienangehörige zur Verfügung. Da wird der Maschinenring als Solidargemeinschaft immer wichtiger. 550 Mitgliedsbetriebe sind im MR Husum-Eiderstedt mit Sitz in Treia organisiert, überwiegend Milchviehbetriebe durchschnittlich mit etwa 70 ha Futterbau und um 400.000 l Milchquote. Die landwirtschaftliche Alterskasse übernimmt 100% der Kosten für soziale Einsätze. Der Maschinenring rechnet direkt mit der Alterskasse ab. Der Betrieb zahlt lediglich zusätzliche Zwischenfahrten des Betriebshelfers.

 

„just in time“ – schnell und unbürokratisch

 

Der Einsatz hat Vorrang. MR-Betriebshelfer helfen kurzfristig und unbürokratisch, auch wenn der Bewilligungsbescheid noch nicht vorliegt. Oft erfahren die Helfer in der Not erst am Sonntagabend, wo sie am Montag eingesetzt werden. „In Notsituationen, z.B. bei Ausfall des Betriebsleiters auf einem Milchviehbetrieb, schicken wir sofort zwei unserer besten Leute, um schnell und schlagkräftig geregelte Betriebsabläufe wieder herzustellen“, erklärt Geschäftsführer Marsch.

Eine entscheidende Voraussetzung für diese Flexibilität ist die enge Zusammenarbeit mit den Nachbarringen Südtondern, Dithmarschen und Mittelholstein und Betriebshilfsringen der Region. Durch dieses Netzwerk der Solidarität können auch bei Arbeitsspitzen nahezu alle Anfragen bedient werden und die Auslastung der eigenen Betriebshelfer gesteigert werden.

Grundlage für die Flexibilität ist eine professionelle und schlagkräftige Einsatzplanung. An der Seite von Detlef Marsch koordiniert Ute Prieß, ehemalige Betriebshelferin und Agraringenieurin, die Einsätze. Die Spezial-Software MRWin ermöglicht an jedem der vernetzten Arbeitsplätze in der Geschäftsstelle einen Überblick über den aktuellen Einsatzplan. Birgit Olf erhält aus dem Programm die Daten für die Abrechnung der Einsätze und für die Buchhaltung.

Der hohe Anspruch an die Flexibilität führt natürlich auch zu Auslastungslücken. Um diese zu schließen werden auch mal Nichtmitglieder bedient, allerdings mit dem Vorbehalt, die Kraft bei Anfragen von Mitgliedern kurzfristig wieder abzuziehen. In arbeitsärmeren Zeiten werden Betriebshelfer zum Spalten fräsen und Bodenproben ziehen eingesetzt. Jeder Betriebshelfer sollte möglichst 1800 h pro Jahr im Einsatz sein, damit er wirtschaftlich arbeitet.

 

Betriebshelfer der Alterskasse keine echte Konkurrenz

 

Die zurzeit 18 Betriebshelfer der Alterskasse haben zwar Vorrang und werden besonders in den längerfristig planbaren Fällen eingesetzt, sind aber keine echte Konkurrenz für die MR-Betriebs- und haushaltshilfen. Die insgesamt etwa 130 angestellten Betriebshelferinnen und -helfer in Schleswig-Holstein werden überwiegend von Maschinenringen und Betriebshilfsdiensten eingesetzt. Der MR Husum-Eiderstedt macht wie auch andere MR die Einsatzplanung und Geschäftsführung für kleinere Betriebshilfsringe mit oft nur einem Betriebshelfer. Die Alterskasse kann mit ihren Kräften lediglich eine Grundversorgung gewährleisten.

Die Obleute der landwirtschaftlichen Alterskasse beraten und betreuen die versicherten Landwirte vor Ort. Sie sind jeweils für ein Amt zuständig und nehmen eine erste Prüfung der Anträge auf Betriebs- und Haushaltshilfe vor. Die Anträge müssen innerhalb von drei Tagen nach Einsatzbeginn gestellt werden.