Bundesverband der Maschinenringe e.V.

Asbestdach – eine Sorge weniger

Datum: Mittwoch, 30. Juli 2008

Der bayerische Maschinenring Ansbach saniert fachgerecht und kostengünstig Dächer, die mit asbesthaltigen Wellzementplatten eingedeckt sind. Milchviehhalter Roland Hofmeister hätte ohne die Dachsanierung keine Genehmigung für seine PV-Anlage bekommen.

Die 29 kW Photovoltaikanlage der Familie Hofmeister aus Dombühl ist seit Dezember 2007 am Netz. Die Erträge vom Scheunendach liegen nach einem guten halben Jahr Betriebsdauer sogar deutlich über den Erwartungen. Roland Hofmeister ist hoch zufrieden mit dem „Traumstart“ seiner PV-Anlage in einem Frühjahr mit überdurchschnittlich hoher Einstrahlung. Die PV-Anlage hat der MR Ansbach geliefert und von seinen Fachkräften aufbauen lassen.

 

 

„Der Maschinenring hat sich um alles gekümmert“

Die Montage von Photovoltaikanlagen auf asbesthaltigen „Eternit-Dächern“ wird von den zuständigen Behörden nicht genehmigt. Der Maschinenring hat sich darauf eingestellt und bietet alles aus einer Hand an, die Dachsanierung mit Entsorgung und Neueindeckung sowie die Lieferung und Montage der Solar-Anlage. Roland Hofmeister hat das Angebot des Maschinenrings, sich um den gesamten Schriftverkehr rund um die Dachsanierung und die PV-Anlage zu kümmern, gerne angenommen. Damit hatte er nur noch wenig mit Genehmigungsverfahren und den Anträgen zur Stromeinspeisung zu tun. Auch die Anmeldung der Sanierungsmaßnahme beim Gewerbeaufsichtsamt hat der Maschinenring übernommen. Die Behörde behält sich unangemeldete Kontrollen der Baustelle vor, bei der die Einhaltung der Sicherheitsvorschriften für den Umgang mit asbesthaltigen Materialien überprüft wird.

 

Eigenleistung spart viel Geld

Um die Kosten für die Sanierung des Scheunendaches zu begrenzen, wurden erst einmal die Platten auf der nach Süden exponierten Dachhälfte mit insgesamt rund 250 m² ausgetauscht. Roland Hofmeister hat über die gesamte Bauzeit von knapp drei Tagen seine eigene Arbeitskraft eingebracht. Ein geschulter „Asbest-Fachmann“ des MR Ansbach hat genau auf die Einhaltung der Sicherheitsvorschriften geachtet – natürlich auch für den „Eigenleister“. Alle Beteiligten mussten einen Einweg-Schutzanzug und eine Atemschutzmaske tragen. Die demontierten Altplatten wurden mit einem Kran auf vorbereiteten Kanthölzern abgelegt. Jeweils 20 Platten wurden als eine Transporteinheit mit einer geeigneten Silo-Folie eingeschlagen und nach den Anweisungen des geschulten Fachmanns vom Maschinenring luftdicht verklebt. Der Kran war wegen der steilen Dachneigung von 45 ° erforderlich. Jeweils 5 Reihen der Altplatten wurden vom First bis zur Traufe abgebaut. Die entstandene Dachlücke ist anschließend gleich wieder mit asbestfreien „Eternitplatten“ eingedeckt worden.

Als die Arbeit auf dem Dach erledigt war konnte Roland Hofmeister die Altplatten im Januar in aller Ruhe mit Schlepper und Anhänger zur Entsorgung in ein Schotterwerk fahren. Allein die Transportarbeiten haben dem Milchviehhalter rund 700 Euro gespart - bei knapp 7 Arbeitsstunden ein guter Stundenverdienst. Insgesamt sei das Angebot des MR Ansbach für die Dachsanierung um mehr als 20 % günstiger als die Preise regionaler Fachfirmen gewesen – die Eigenleistung noch nicht mitgerechnet, erinnert sich Hofmeister.

 

Solarstrom noch nach 27 Jahren

Nach drei Bautagen für die Sanierung und Eindeckung des Daches war die PV-Anlage nach nochmals 4 Tagen mit größerer Mannschaft fertig montiert und angeschlossen. Wegen der starken Dachneigung mussten besonders lange und starke Dachharken verwendet werden, um die 178 Module mit jeweils 165 W sicher zu verankern.

Anfangs hatten die Hofmeisters eine sehr kritische Einstellung zur Photovoltaik. Erst Verwandte aus Australien hätten ihn bei einem Besuch letztlich überzeugen können, erinnert sich Roland Hofmeister. Die abgelegene Farm auf dem fünften Kontinent wird von einer 27 Jahre alten PV-Anlage immer noch mit guten Erträgen mit Strom versorgt. Die größte Gefahr für die Zellen sieht Hofmeister in extrem großen Hagelkörnern. Ansonsten vertraut er den Herstellerangaben und rechnet mit einer Lebensdauer seiner Anlage von deutlich über 20 Jahren.

Der Milchviehbetrieb Hofmeister ist bereits in zweiter Generation MR-Mitglied. Neben der Nutzung der Betriebshilfe, lässt Roland Hofmeister den größten Teil der Außenarbeiten, wie Drillen, Pflanzenschutz und Dreschen, über den MR erledigen  und konzentriert sich ansonsten voll auf seine 45 Milchkühe und die Nachzucht. Gelegentlich ist sein Kipper über den MR im Solo-Verleih oder er fährt selbst mit seinem Kipper in einer Silierkette des Maschinenrings.

 

 

Autor: Jürgen Buchholtz, BMR e.V.