Bundesverband der Maschinenringe e.V.

„Nur gemeinsam haben wir eine Zukunft"

Datum: Donnerstag, 30. Oktober 2008

 

Für den Milchviehhalter Johann Grill ist die aktive Mitgliedschaft in landwirtschaftlichen Interessenverbänden und intensive überbetriebliche Kooperation heute wichtiger denn je. Der 53-jährige engagiert sich ehrenamtlich im Maschinenring, in zahlreichen Maschinengemeinschaften sowie im BDM-Kreisverband im niederbayerischen Deggendorf.

 

 

Der Betrieb mit 65 Milchkühen und 400.000 kg Milchquote hat seine Kosten im Griff. Die Siliergemeinschaft, die Druschgemeinschaft sowie eine Mahl- und Mischgemeinschaft ermöglichen dem Vorsitzenden des Maschinenrings Deggendorf deutliche Vorteile bei den Arbeitserledigungskosten. Die überbetriebliche Zusammenarbeit verschaffe dem Familienbetrieb die nötige „Luft“ auf der Kostenseite, um auch Phasen niedriger Milchpreise besser überstehen zu können, betont Johann Grill. In der Mahl-und Misch-Gemeinschaft haben 300 Landwirte aus 7 Landkreisen die Aufbereitung von betriebseigenen Futtermitteln überbetrieblich organisiert. Zwei LKW mit mobilen Mahl- und Mischanlagen fahren die Mitgliedsbetriebe nach Bedarf an. Johann Grill leitet die Maschinengemeinschaft als geschäftsführender Vorstand. Auch bei der Gründung des BDM-Kreisverbandes Deggendorf war der streitbare Landwirt dabei. Er weiß jedoch um die Grenzen seines ehrenamtlichen Engagements und beschränkt sich deshalb auf eine nachgeordnete Rolle im BDM-Kreisvorstand.
 
Risiko auf drei „Standbeine“ verteilt
Insgesamt bewirtschaftet die Familie Grill 91 ha, davon 52 ha Acker. Die Getreideernte von rund 20 ha Ackerflächen wird nach der Aufbereitung durch die mobile Technik der Mahl- und Mischgemeinschaft nahezu komplett an die insgesamt 200 Tiere auf dem Betrieb verfüttert. Hinzu kommen rund 32 ha Mais, davon 8-10 ha Körnermais. Die Produktion von Marktfrüchten sowie 50 Bullenmastplätze sind weitere „Standbeine“ des Familienbetriebes. Diese Betriebszweige mindern das Risiko der Milchproduktion und konnten bisher das Überleben des Betriebes in schwachen „Milchjahren“ sichern.
 
“80 Kühe müssen für einen Familienbetrieb reichen”
Im nächsten Jahr soll der Kuhstall für 80 Kühe mit 500.000 kg Milchquote erweitert werden. Der Landwirt setzt dabei auf die angekündigte Landesförderung von 20 bis 30 % für Erweiterungsbauten. Das sei dann der letzte Wachstumsschritt unter seiner Regie, betont Johann Grill. Er könne dann seinem Sohn Tobias einen zukunftsfähigen Betrieb übergeben. Voraussetzung sei allerdings ein dauerhaft kostendeckender Milchpreis. Letztlich engagiere er sich im Bund deutscher Milchviehhalter, damit die Milchproduktion in Familienbetrieben auch in der Zukunft möglich sein wird.
Der Sohn und „designierte“ Hofnachfolger Tobias absolviert zurzeit das dritte Lehrjahr seiner landwirtschaftlichen Ausbildung außerhalb des elterlichen Betriebes. Den Verlust seiner Arbeitskraft musste der Betriebsleiter durch eigene Mehrarbeit und durch die Hilfe eines tatkräftigen Nachbarn ausgleichen. Für das Praxisjahr vor Beginn der Meisterschule wird Tobias wieder im heimischen Betrieb arbeiten und seinen Vater entlasten. Nach erfolgreicher Meisterprüfung im Jahr 2011 soll Tobias Grill als Hofnachfolger die Verantwortung für den Familienbetrieb übernehmen.